05.12.21 – MS Stubnitz w/ Yuko Araki & Daisy Dickinson

live

2G+ Noise event, 05.12.21 19:00 MS Stubnitz, Hamburg. Last show for 2021.

Yuko Araki is one of a number of young female artists emerging from Japan that are redefining the outer boundaries of noise, post-industrial techno and experimental electronics.

Daisy Dickinson is a London-based director/visual artist whose work involves experimental short film, music video, projected installation and live visual performance.

22.08.21 – Angst macht keinen Lärm/Noise & Politics

live

BC12iGolden Pudel Club um 20:00

Noise als Aufstand. Noise als Aufstandsbekämpfung. Noise als Angriff auf die Vernunft. Ein Abend mit Lärm von Peter Kastner, DW und Musik von Nika Son sowie literarischer Begleitung vorgetragen von Ruth Marie Kröger und Josefine Israel. Beginn 20 Uhr. Die Veranstaltung wird organisiert von Die Untüchtigen.

Angst macht keinen Lärm, sie lässt verstummen und erstarren, sie treibt in den Rückzug. Protest, Aufruhr und Aufstände dagegen produzieren ein Geräusch, das die ökonomischen Kreisläufe des urbanen Raumes stört, den geregelten Gang des Alltagslebens unterbricht.

Noise undRiot.Wie genau klingt das? –Die Akustik, die in jedem Aufstand vernehmbar wird und die intuitive Assoziation von Ruhe, Ordnung und Sicherheit auf der einen; sowie Lärm, Chaos und Gewalt auf der anderen Seite selbst brüchig und unscharf werden lässt. Jeder Riot hat seine eigene Ästhetik des Hörbaren, die sich entziffern lässt. Jeder Riot hat sein eigenes Sound Design, auf beiden Seiten der Konfliktlinien.

Der Sound der Polizei ist hinlänglich bekannt: Sirenen, die immer gleichen Durchsagen und Aufforderungen („Unterlassen Sie es, Gegenstände auf die Einsatzkräfte zu werfen!“, „Entfernen Sie sich umgehend aus dem Bereich, sonst wird Wasser als Zwangsmittel gegen Sie eingesetzt!“), Hubschraubergedröhne usw. Die Geräusche, die vom Riot selbst ausgehen sind vielfältiger und von dem urbanen Terrain abhängig, in dem sie stattfinden. Ihr Grundsound wird von der Zerstörung privater und öffentlicher Infrastruktur bestimmt, genauso von Schreien und Sprechchören, die aus der jeweiligen Sprache und dem Anlass resultieren. Die sogenannten Shopping Riots, die 2011 in London ausbrachen, waren von den Geräuschen der Alarmanlagen durchzogen. Hört man sich Aufnahmen aus Hamburg an, sind diese mit einem Soundteppich aus zersplitterndem Glas unterlegt.

Andersherum, als ordnendes oder aufstandsbekämpfendes Krach-Mittel, gibt es The Mosquito, ein Ultraschall-Störgeräuschsender, dessen Ziel es ist, mittels Schallwellen in hohen Frequenzbereichen „herumlungernde“ Teenager zu vertreiben.

Weiters kommen aktuell bei Militär, Polizei und Sicherheitsdiensten sogenannte Range Acoustic Devices (LRAD) zum Einsatz, die seit 1996 produziert werden. Ein LRAD kann, ähnlich wie ein Suchscheinwerfer, seine Ziele wie mit einem Strahl anvisieren, es bündelt Schall auf einen Brennpunkt. Laut Herstellerangaben ist das Gerät eine »sicherere Alternative zu nicht letalen oder kinetischen Waffen«, es sei »viel sicherer als Wasserwerfer, Tränengas, Gummi- und Pfefferspraygeschosse, Taser sowie Lärm- und Blendgranaten«. Ob es sich bei dem LRAD um eine Waffe oder um ein Kommunikationssystem handelt, ist allerdings umstritten.

Ausgehend vom Ort der Veranstaltung, an dem während des G20 Gipfels ein Demonstrationszug von der Polizei brutal zerschlagen wurde, kann einigen der heterogenen Verbindungslinien zwischen Noise und Riot nachgespürt werden.

Diese Veranstaltung ist gefördert im Rahmen des Kultursommers Hamburg. In Zusammenarbeit mit dem Textem Verlag und der “Galerie der abseitigen Künste”.

Die Veranstaltung findet draußen statt und man braucht ein Ticket. Die Ausgabe kostenloser Tickets beginnt um 17:00 vor Ort im Barboncino Zwölphi. Der Eintritt ist frei. Bitte kommt geimpft, genesen und/oder frisch getestet vorbei. An die Gäste werden Kopfhörer ausgegeben und darüber die Veranstaltung übertragen. Sollte es stak regnen, fällt die Veranstaltung aus bzw. wird abgesagt. Ein Regenschirm für Nieselregen ist gut für den Kopf und die Kopfhörer. Beginn 20 Uhr

12.08.21 – live score for Un Chien Andalou

live

On August 12th I will perform a live score for Luis Buñuel’s and Salvador Dali’s 1929 silent film Un Chien Andalou in the patio of Museum für Hamburgische Geschichte as part of this years Sommernachtskino. Joining me will be ST Kirchhoff who will accompany Germaine Dulac’s 1927 film The Seashell and The Clergyman (based on a script by Antonin Artaud). If you are interested in surrealist films and noisy/improvised music and happen to be in the Hamburg area, please consider joining us. Tickets are 15,- or 10,- Euros and are available via www.metropoliskino.de starting August 1st.

blurred edges: Jan Jelinek & Wallraf/Jetzmann

live

Fr. 23.10.20, 20:00 in der Hörbar/B-Movie, Brigittenstr. 5. 20359 Hamburg

Im Rahmen des Blurred Edges Festivals. Einlass nur mit Kartenvorbestellung an csh44[at]gmx.de

Jan Jelinek

Jelineks Arbeiten befassen sich mit der Transformation von Klang bzw. mit der Übersetzung von populären Musikquellen in abstrakte und reduzierte Texturen. Dabei kommen keine traditionellen Musikinstrumente zum Einsatz, vielmehr werden Collagen aus winzigen Klangsamples konstruiert. Diese Samples kommen aus den unterschiedlichsten Aufzeichnungsgeräten wie Tonbandmaschinen, digitale Sampler, Mediaplayer.
Die Aufnahmen werden zu repetitiven Loops verarbeitet, reduziert auf die wesentlichste klangliche Eigenschaft des Originalmaterials, wobei das Ausgangsmaterial in den meisten Fällen nicht mehr dechiffrierbar ist.

Jetzmann / Wallraf

Jetzmann, bei diesem Konzert mit Mikrofon für Texte und Sampler für Sounds, macht sonst Radioarbeit und Bühnenmusik. An diesem Abend interessiert an den Möglichkeiten von Text und Noise.

David Wallraf forscht seit 2010 zur Theorie und Praxis von Noise. Besonderes Interesse für die verdrängte und unheimliche Akustik des Alltagslebens, an diesem Abend in Relation zu Jetzmanns Texten.

11.06. – Stubnitz – Stream

live, video

First concert since February is coming up – live show plus artist talk with TinTin Patrone at the new Plattenfroster TV by MS Stubnitz in Hamburg, streamed live via twitch/klub_forward on thursday, June 6th at 20:15 (18:15 UTC).

plattenfroster stubnitz

Of course it’s not a real concert. That’s still cancelled. Ambivalent feelings on the whole streaming thing: is noise a good metaphor for social distancing or is it totally pointless to play a noise show without physical presence?

A noise show doesn’t produce a community-vibe like other musical genres do – not much of dancing, sing-along etc. – it tends to isolate the attending persons in their own bodies by excess of volume. Paul Hegarty writes in Noise/Music – A History:

„The listener at a loud noise event is taken out of the subject body to be dumped back into embodiment, lowered into something like ecstatic noise consumption. The mistake would be to imagine any lasting freedom emerging from that ecstasy. It is certainly more ecstatic than pleasant, and closer to the sublime than the beautiful, with which it cannot share anything. Like Kant’s sublime, though, it is also a framing of the moment the self is lost as the rational reflection on the moment the self was lost.“ (p. 147)

But if noise produces this awareness that is centerd on the self in an almost solipsistic way, at the same time it can emphasize that which is the basis of any communal experience: the inbetween, the space of the inter between bodies, persons, individuals. By filling the room with excessive noise, it can create a space where a group can exist without being centered on a sonic or semantic structure like rhythm, melody or lyrics. Imagine a noise show where every single body finds its own rhythm and structure in the chaos – a community without identity.

It could be argued that noise itself creates a paradoxical inter between social distance and community. Watching a live stream of a noise show seems like a metaphorical comment on this paradox.